Deutsche Rebsorten - Die Weißen
Bei 70 Prozent der in Deutschland erzeugten Weine handelt es sich um Weißweine. Dabei bringt das Anbaugebiet an Mosel, Saar und Ruwer fast nur Weißweine hervor, während es in den anderen Gebieten doch eher gemischt zugeht. Rund 40 Prozent der bestockten Rebfläche von 103.000 Hektar entfallen auf Riesling und Müller-Thurgau, die damit über eine große Marktbedeutung verfügen. Aber es gibt noch mehr Weißweinsorten: einige davon bekannter - wie Chardonnay, Gewürztraminer oder Sauvignon Blanc - andere eher unbekannt - wie Bacchus, Huxelrebe oder Ortega. Hier nun die wichtigsten Weißweinsorten sowie einiges Wissenswertes und Interessantes, damit Sie beim nächsten Mal wissen, was Sie erwartet. |
 |
| | Der Name dieser weißen, dem Pinot Blanc sehr ähnlichen Rebsorte deutet darauf hin, dass sie aus Auxerre westlich von Chablis im Burgund stammt, von wo sie über Lothringen auch nach Deutschland gekommen ist. Wahrscheinlich ist sie eine natürliche Kreuzung zwischen einem Pinot-Sämling und der alten Sorte Heunisch und zählt damit zur großen Familie der Burgunder. Sie ist vor allem in Frankreich im Elsass und in kleinen Mengen an der Loire sowie in Luxemburg verbreitet. In Deutschland gibt es in einigen Anbaugebieten kleine Bestände, die in der Pfalz und in Rheinhessen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der gelbgrüne, eher säurearme Wein hat ein dezentes Bouquet. Die Rebsorte eignet sich für Spätlesen oder Auslesen. |
| |
|
 |
| | Dem Weingott Bacchus, der nie genug bekommen konnte, huldigt der Name dieser Neuzüchtung. Nomen est omen. Sie ist eine der wichtigsten Neuzüchtungen der Weißwein-Rebsorten. Die Kreuzungspartner sind die Kreuzung Silvaner und Riesling und der Müller-Thurgau. Die vor allem in Rheinhessen, Franken und Mosel-Saar-Ruwer angebaute Sorte besitzt enorme Ertragskraft, die, wenn sie ungezügelt bleibt, ihr feines Muskatelleraroma zerstört. Ist das typische Aroma vorhanden, so gefällt dem Weinfreund auch ihr kräftiger Körper und ihr angenehm-aromatischer Charakter, der gut ins deutsche Rebsortenbild passt. In guten Jahren bringt die Rebsorte hohe Mostgewichte und einen kräftigen, fruchtigen Geschmack mit geringer Säure hervor. |
| |
|
 |
| | Die weiße Rebsorte zählt zu den ganz großen dieser Welt, den Cépages nobles. Der Ursprung des Namens ist nicht ganz klar, der im burgundischen Mâconnais liegende Ort Chardonnay gibt Anlass zur Vermutung, dass die Rebe von hier stammt. Chardonnay kam in den letzten 15 Jahren groß in Mode und wurde 1991 in Deutschland zugelassen: Geschmacklich dem Weißburgunder verwandt, zeigt der Wein weniger spielerische Eleganz, aber ein leichter erkennbares Aroma, das häufig an Melonen erinnert. Die säurereiche Sorte hat, auf mindestens Spätlesequalität ausgereift, einen kräftigen Körper, den moderne Winzer gern zum Ausbau im neuen, kleinen Eichenfass (Barrique) nutzen. |
| |
|
 |
| | Die weiße Rebsorte ist eine ältere Neuzüchtung zwischen Riesling x Silvaner, der Name leitet sich von der Ruine Ehrenfels bei Rüdesheim ab. Die Kreuzung erfolgte im Jahre 1929 in der Forschungsanstalt Geisenheim/Rheingau durch Hinrich Birk. Die Freigabe für den Anbau erfolgte im Jahr 1969. Die Rebe ist vor allem in den deutschen Anbaugebieten Mittelrhein, Nahe, Rheingau, Pfalz und Rheinhessen verbreitet. Der grünlichgelbe Wein hat ein feinduftiges, traubiges Bouquet. Er ähnelt dem Riesling und ist besonders gut für Prädikatsweine geeignet. |
| |
|
 |
| | Die weiße Rebsorte gilt als die älteste Mitteleuropas. Sie wurde möglicherweise schon von den Römern an der Mosel angebaut (lat. albus = weiß). Nach genetischen Untersuchungen ist sie eine natürliche Kreuzung zwischen einer weißen Heunisch mit (noch) unbekanntem Partner. Ab dem 17. Jahrhundert wurde sie von den aufkommenden Sorten Riesling und Silvaner verdrängt. Fast ausschließlich zu finden im Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer. Auch in geringen Mengen in Baden und in Sachsen. Infolge der rassigen Säure ist der Wein sehr gut als Grundwein für Sekt geeignet und wird vorwiegend dafür verwendet |
| |
|
| |