Österreicher Rebsorten, die Weißen
In Österreich gibt es sieben Weißweinsorten, die man bei seiner nächsten Weinreise in die Alpenrepublik eigentlich kennen sollte. Dazu gehören die auch in Deutschland bekannten Sorten Müller-Thurgau, Weißer Burgunder und Chardonnay, aber auch der Grüne Veltiner, der Welschriesling, der Rheinriesling und der Neuburger. Wir haben für Sie einige interessante und wissenswerte Fakten zusammengestellt, mit denen Sie unter Umständen bei Ihrem nächsten Besuch in einer Straußwirtschaft glänzen können. |
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| | Der beliebte Chardonnay wurde angeblich von Kreuzrittern nach Frankreich gebracht und von den Benediktinern in Burgund verbreitet. In Österreich (vor allem in der Steiermark als Morillon) ist er seit längerem beheimatet. Die Anbauflächen sind gering, aber von wachsender Bedeutung, insbesondere im oberen Qualitätssegment. Der Chardonnay stellt keine allzu großen Ansprüche an den Boden, bringt beste Ergebnisse aber nur in guten Lagen. Im Duft an Weißbrot und Dörrfrüchte erinnernd, ergibt er sehr kräftige, extraktreiche Weine, die auch bei hoher Reife noch eine angenehme Säure besitzen; er gewinnt mit zunehmender Flaschenreife noch an Niveau. In der Steiermark, wo er sehr frische, zartblumige Weine liefert, wird er als Morillon kultiviert. |
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| | Seine Herkunft ist unbekannt, Spuren weisen jedoch in die Römerzeit zurück. Nachweisbar ist er seit dem 18. Jahrhundert als Grüner Muskateller in Niederösterreich. Er ist die Hauptsorte in Österreich mit Zentren im Weinviertel, Kamptal, Kremstal, Donauland und Wachau. Diese fruchtbare Sorte gedeiht auf mageren und fruchtbaren Böden, am besten aber auf Löss- und Verwitterungsböden. Das Qualitätsspektrum des Grünen Veltliner ist weitreichend: Es beginnt beim leichten, spritzigen Wein, der am besten jung - als Heuriger - getrunken wird und geht bis zur substanz- und alkoholreichen Spätlese, die auch durchaus lagerfähig ist. Der Grüne Veltliner ist in der Regel betont fruchtig, pfeffrig und würzig. |
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| | 1882 vom Schweizer Dr. Hermann Müller gezüchtet; ist eine Kreuzung von Riesling und Gutedel. Einst die zweitwichtigste Rebe in Österreich, ist der Stern des Müller-Thurgau heute im Sinken. Er wird vorwiegend in Niederösterreich und im Burgenland angebaut, ist nicht sehr anspruchsvoll, bevorzugt jedoch kühlere Anbaugebiete, nährstoffreiche, tiefgründige Lehm- und Lössböden mit guter Wasserversorgung. Zumeist ist der Müller-Thurgau ein säurearmer, runder Wein von leicht muskatigem Bukett und mildem Geschmackseindruck. Abgesehen von Prädikatsweinen aus dieser Sorte sollte der Müller-Thurgau vorzugsweise als Jungwein getrunken werden. |
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| | Er ist eine natürliche Kreuzung von Roter Veltliner und Sylvaner. Besonders im Burgenland und in Niederösterreich zu finden, wird er in der Steiermark und in Wien kaum angebaut. Der Neuburger besitzt geringe Ansprüche an Standort und Lage. Er gedeiht noch sehr gut auf schweren und kalkreichen Böden, bevorzugt jedoch Urgesteinsböden. Der Neuburger erbringt vornehm-zurückhaltende, manchmal im Duft etwas neutrale Weißweine von kraftvoller, aber milder Art; charakteristisch ist sein feiner, nussartiger Geschmack. Interessante Neuburger gibt es beispielsweise im Burgenland, in der Thermenregion, sind aber auch in der oberen Wachau zu entdecken. |
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| | 1435 wurde in Rüsselsheim der Anbau nachgewiesen. Die Wachau reklamiert aufgrund einer urkundlichen Erwähnung eines Weingartens namens "Ritzling" den Sortenursprung für die eigene Region. In Österreich wird er überwiegend in der Wachau (wo sie hervorragende Weine hervorbringt), Kamptal und Donauland angebaut. Der Riesling besitzt höchste Ansprüche an Lage und Boden. Die duftigsten und rassigsten Weine entstehen auf Schiefer- und Urgesteinsverwitterungsböden. Sein charmantes Bukett besitzt zumeist zarte Anklänge an Pfirsiche, Aprikosen und Zitrusfrüchte. Am Gaumen wirkt der Riesling wegen seiner pikaten Säure sehr rassig und anhaltend; er entwickelt sich kontinuierlich und ist daher sehr gut lagerfähig; dies gilt im besonderen für die raren Spät- und Auslesen (oder die Wachauer Smaragdweine). |
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| | Burgund gilt als Heimat des seit dem 14. Jh. urkundlich nachweisbaren Burgunderweins. Hauptsächlich im Burgenland (rund um den Neusiedlersee) und in Niederösterreich, teils auch in der Steiermark und Wien wird er angebaut. Er hat hohe Ansprüche an Boden (tiefgründig, nährstoffreich, ausreichend feucht) und Lage. Wenn seine Trauben die Vollreife erlangen, wächst der Weißburgunder in Österreich zu einem substanzreichen Weißwein mit feinem, mandelartigem Geschmack und pikanter Säure heran. Die international als Pinot Blanc bekannte Rebsorte entwickelt sich zumeist auch sehr gut in der Flasche. Aufgrund ihrer dezenten Art eignet sie sich auch für Cuvées mit anderen Sorten und für die Lagerung in neuen, kleinen Eichenholzfässern (Barrique). |
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| | Der Name leitet sich von den "welschen" Ländern Italien und Frankreich ab. In Österreich ist er die zweitwichtigste Sorte nach dem Grünen Veltliner. Angebaut wird der Welschriesling vorwiegend im Burgenland und in Niederösterreich, aber auch in der Steiermark. Er benötigt tiefgründige, warme, nährstoffreiche Böden. Er besitzt hohe Ansprüche an die Lage (windgeschützte Südhänge). Der Welschriesling liefert in erster Linie frisch-fruchtige, in ihrer Jugend zu genießende Weine; er kann aber auch ausgezeichnete Prädikatsweine hervorbringen, deren Blume und Rasse lange anhält. |
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