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Weinkultur pur

Rheingau

Am berühmten Rheinknie liegt der Rheingau mit einer Rebfläche von etwa 3.200 Hektar. Wer die markanten Aussichtspunkte des Rheingaus besucht, wie das Niederwalddenkmal, das Schloss Johannisberg, die Hallgartener Zange über Oestrich-Winkel oder die Bubenhäuser Höhe, sieht vor sich die historischen Zentren des Weinbaus liegen.
Da ist zuerst einmal das Zisterzienserkloster Eberbach, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen Deutschlands, in dem "Der Name der Rose" verfilmt wurde. Die Klostermauern waren schon immer ein kultureller Mittelpunkt; heute ziehen Konzerte Besucher von nah und fern an. Der Johannisberg ist nicht nur bekannt für das gleichnamige Schloss, das aus den Ruinen einer Klosteranlage entstanden ist, sondern "weinhistorisch" auch als der Ort, an dem die Spätlese ihren Ursprung hat. Nicht zu vergessen die Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim, die durch ihre umfangreichen Forschungen immer neue Anregungen für qualitative Verbesserungen liefert.
Der Rheingau ist heute ein Zauberwort für viele Menschen mit Sinn für Kultur, Geschichte und Weinfreude. Die alten Weindörfer zwischen dem glitzernden Rheinstrom und den sonnendurchglühten Weinbergen, mittelalterlichen Burgen, geheimnisvollen Ruinen, pittoresken Schlössern, Klöstern und Kirchen gestalten den Rheingau zu einer paradiesischen Landschaft von sehenswerter und lebendiger Romantik.

Das Weinanbaugebiet

Geographische Lage: beginnend am Untermain südlich von Wiesbaden rechtsrheinisch bis Lorchhausen nördlich von Rüdesheim
Klima: Vom Taunus geschützt, milde Winter, warme Sommer, Temperaturmittel 9,7° C
Böden: Schiefer, Quarz, Kiesel und Sandstein; tiefgründige, meist kalkhaltige Böden aus Sandlöss oder Löss. Phyllitschiefer für die Rotweine
Rebfläche: ca. 3100 ha, 1 Bereich, 11 Großlagen, 129 Einzellagen
Rebsorten: Riesling, Blauer Spätburgunder, Müller-Thurgau

Gesellsch. für Rheingauer Weinkultur mbH
Kloster Eberbach Pfortenhaus
65346 Eltville
Tel.: 0 67 23/91 75 57, Fax: 0 67 23/91 75 91
www.rheingauer-wbv.de
info@rheingauer-wbv.de
Rheingau - Rieslingland
Die optimalen klimatischen Bedingungen am Rhein, der hier stellenweise mehrere Kilometer breit ist, sorgen für ein hervorragendes Wachstum der Reben. Die Feuchtigkeit auch in den Sommermonaten und die geologische Beschaffenheit des Bodens liefern geradezu ideale Bedingungen. Es werden überwiegend der einzigartige Riesling (79 %) und Blauer Spätburgunder (12 %) angebaut. Zwischenzeitlich ist es den Rheingauer Winzern gelungen, das Duo "Rheingau-Flöte und -Kelch" als typische Weinflasche mit passendem Glas für Rheingauer Qualitätsweine zu etablieren. Seit der Ernte 1999 dokumentieren die Weine mit der Auszeichnung den Anspruch der Winzer, sich immer wieder ehrgeizige Ziele zu setzen und wahrhaft Außergewöhnliches in die Flasche zu füllen. Neben den Pioniererfolgen kann der Rheingau aber auch mit traditionellen Einrichtungen gelebter Weinkultur aufwarten. Viele Straußwirtschaften, Gutsschänken sowie Restaurants mit regionaler Küche und Rheingauer Spitzenweinen laden Besucher ein, Lebensfreude pur zu genießen.
Der Rheingau erstreckt sich von Wicker/Flörsheim am Main bis Lorchhausen am Rhein. Der wenige Kilometer breite Streifen wird im Norden von dem Taunuskamm und im Süden vom Rhein begrenzt. Die Taunushöhen schützen vor kalten Wintereinflüssen. Der Rhein wirkt als Sonnenreflektor und zusätzlicher Wärmespeicher. Geographisch betrachtet ist der Rheingau ein 38 Kilometer langer und zwei bis drei Kilometer breiter Streifen am Rhein, der sich von der Mainmündung bei Wicker bis hin zu Lorchhausen erstreckt. Der Weinbau findet hier ideale klimatische Bedingungen vor, die schon vor vielen hundert Jahren von weinbautreibenden Klosterbrüdern erkannt wurden.
Der in dieser Region fast seenartig breite Rhein sorgt mit seiner Wasserfläche für eine Reflexion der Sonnenstrahlung. Im Hinterland schützen die Wälder des Taunusgebirges vor kalten Nordwinden. Die durchschnittlichen Klimawerte des Rheingaus gewährleisten ein hervorragendes Wachstum der Reben: 9,9° C mittlere Jahrestemperatur, 1643 Sonnenstunden und nur 536 mm Jahresniederschläge.
Der Weinbau im Rheingau hat eine Geschichte, die sich bis in die Römerzeit zurück verfolgen lässt.
Milde Winter, warme Sommer und Herbstnebel begünstigen das Rebenwachstum und die Traubenreife. In den höheren Lagen bringen Böden aus Schiefer, Quarzit, Kiesel und Sandstein rassige, kernige Weine hervor. Auf tiefgründigen, meist kalkhaltigen Böden aus Sandlöss wachsen vollmundige, kräftige Weine. Rund 500 hauptberufliche Winzer und eine stattliche Reihe renommierter Weingüter bringen ihre Weine selbst auf die Flasche. Die frühesten erhaltenen Spuren des Weinbaus gehen bis in die Römerzeit zurück. Der Sage nach hat eines Vorfrühlingsmorgens Kaiser Karl der Große von seiner Pfalz Ingelheim über den Rhein geblickt und festgestellt, dass am Johannisberg der Schnee früher als überall sonst geschmolzen war und deshalb den Anbau der Reben vorgesehen. Wenige Jahrhunderte später wurde der Weinbau vornehmlich von Klöstern betrieben, auch die Mönche hatten die einmalig günstige klimatische Lage des Rheingaus erkannt: Der erste kultivierte Weinanbau auf den Südhängen des Taunus datiert zum Jahr 1135. Unter der Anleitung der Mönche wurden von dieser Zeit an Südhänge des Taunus gerodet und mit Reben bepflanzt und so der Grundstock für den stetigen Aufstieg des heutigen Rheingaus gelegt.
Einer liebenswürdigen Laune der Natur verdankt der Rheingau seinen Weltruf. Nur hier hat auf seiner tausend Kilometer langen Strecke der Strom für kurze Zeit seine Hauptrichtung in Ost-West verändert, um dem Rheingaugebirge aus dem Weg zu gehen. Das schenkt den Hängen bei voller Südeinstrahlung die notwendige Sonnenwärme. Dazu kommen die reflektierende Wasserfläche des Stromes, zum Teil die Wärmespeicherung im Fels, die Feuchtigkeit auch in den Sommermonaten und die geologisch-mineralische Beschaffenheit des Bodens, die der Rieslingrebe beste Vegetationsmöglichkeiten bieten. In keinem anderen Weinbaugebiet, weltweit, ist der Anteil des Rieslings, der Königin unter den Reben, so hoch wie hier.

Der Riesling
Der Riesling wird in dem kleinen Gebiet am Rhein besonders gepflegt. Der erste Anbau datiert aus dem Jahr 1435. Heute verfügt der Rheingau mit 84 Prozent der Gesamtrebfläche über den höchsten Rieslinganteil aller Weinbaugebiete der Welt.
Die Weinlese beginnt im Rheingau selten vor dem 15. Oktober, oft ist sie noch spät im November im Gange. Wichtig für die Reife des Rieslings ist die Wärme im Herbst, der für die notwendige Zuckerbildung in den Trauben sorgt. Eine Besonderheit kann hierbei der Befall der Trauben durch den Pilz Botrytis Cinerea sein. Geschieht der Befall, wie gewünscht, bei reifen Trauben, verdunstet Wasser und es konzentrieren sich die sonnigen Inhaltsstoffe der Trauben, so dass aus dem Lesegut hochwertige Prädikatsweine gewonnen werden können.

Der Spätburgunder
Was der Riesling für die Weißweinsorten, ist der Blaue Spätburgunder für die Rotweinsorten. Im Rheingau ist der Spätburgunder eine echte Spezialität, angebaut auf ca. 160 Hektar, bevorzugt in den steilen Lagen von Assmannshausen. In Deutschland wurde der Spätburgunder erstmals 1318 erwähnt, im Rheingau urkundlich seit 1470. Aus kleinbeerigen, vollreifen, dunkelblauen Trauben entstehen farbhelle Weine mit einem dezenten, zartwürzigen Aroma und eleganter, warmer Art mit einer angenehmen Säure, die zugleich dafür sorgt, dass die Weine lagerfähig bleiben. Die Finesse des Rheingauer Spätburgunders hat seine Ursache in den relativ niedrigen Erträgen.

Die Flöte
Die Farbe: antikblau, die Form: zeitgemäß, der Name: Rheingau-Flöte. Der Name hat seinen Ursprung Anfang des 19. Jahrhunderts, denn bereits damals wurden die Rheingauer Weine in die Rheingau-Flöte abgefüllt. Liebe zum Detail: Der kleine Punkt in der Mitte des Flaschenbodens verriet den Kellermeistern auf den ersten Blick, welcher der Weine im Regal ein Rheingauer war. Dieser kleine Punkt, die ausgeprägte Facettenform und die außergewöhnliche Mündung machen die Rheingau-Flöte auch heute wieder unverwechselbar. Und umweltfreundlich ist sie außerdem, die elegante Flasche für die eleganten Weine: Durch die funktionale Mündung kann auf eine Kapsel verzichtet werden. In die Rheingau-Flöten kommen natürlich nur Original-Rheingau-Weine.

      
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