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Die Riesling-Spezialisten

Mosel-Saar-Ruwer

"Arbeitsfreudiges Volk und fleißig sich mühende Winzer tummeln sich hier auf der Höhe…" So beschrieb der lateinische Dichter Ausonius um 330 diese blühende Weingegend, die mit dem Bremmer Calmont den steilsten Weinberg der Welt (67 Prozent Gefälle) beheimatet. So wird man auch an Mosel, Saar und Ruwer auf Schritt und Tritt mit der Geschichte konfrontiert. Berühmt ist die Moselschleife bei Trittenheim. Einen Ausflug wert ist auch das romantisch gelegene Städtchen Beilstein, das zu Recht den Titel "Perle" des Moseltals trägt. Ob Burgruinen, Kapellen oder die Reste alter Stadtmauern, die Spuren reichen bis in die Römerzeit zurück. Kein Wunder, dass sich die abwechslungsreiche Vergangenheit des Mosel-Saar-Ruwer-Gebiets auch auf den Weinbau ausgewirkt hat.

Die steilen Hänge der Flusstäler sind dicht mit Reben bepflanzt. Die Mosel und ihre Nebenflüsse Saar und Ruwer winden sich in engen Schleifen durch eine Kulturlandschaft, in der schon Kelten und Römer vor 2000 Jahren ihren Wein anpflanzten. Unzählige Funde, darunter mehrere Kelteranlagen aus römischer Zeit, zeugen von der großen Weinbautradition. Die geschützte Tallage macht die Region zu einer der wärmsten Klimazonen Deutschlands. Imposante Landschaft, Geschichte, Weinbau, hervorragende Gastronomie und ein vielfältiges Freizeit- und Wellnessangebot: Diese Kombination macht das Moselland und die angrenzenden Regionen auch zu einem beliebten Urlaubs- und Ausflugsziel.

Das Weinanbaugebiet

Geographische Lage: Zwischen Hunsrück und Eifel im Rheinischen Schiefergebirge; entlang der Mosel und ihren Nebenflüssen Saar und Ruwer
Klima: Optimale Erwärmung und optimales Niederschlagsverhältnis in den Steilhängen und Tälern
Böden: An der Obermosel Muschelkalk und Keuper; in den Tälern von Saar und Ruwer Devon-Schiefer, südlich von Zell weiche Tonschiefer und kieselsäurereiche Grauwacken; in Tallagen mit Schotter-, Kies- und Sandablagerungen
Rebfläche: ca. 9.300 ha, 6 Bereiche, 18 Großlagen und 500 Einzellagen
Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau, Elbling, Kerner

Moselwein e.V.
Gartenfeldstraße 12a, 54295 Trier
Tel.: 06 51/71 02 80, Fax: 06 51/4 54 43
www.msr-wein.de
info@msr-wein.de

Obgleich die Gewächse der Römerzeit sicher kaum zu vergleichen sind mit der lebendig frischen Art, dem feinen Fruchtaroma der Rieslinge unserer Zeit, zeigt allein schon die jahrtausendealte Weinkultur, welche natürlichen Vorzüge die Mosel zum Rieslinggebiet par excellence machen. Wärmespeichernde, mineralstoffreiche Schieferverwitterungsböden prägen den unverwechselbaren Geschmack der Weine, die auf einer Rebfläche von rund 10.400 Hektar angebaut werden. Am oberen Teil der Mosel wird vorwiegend Elbling auf Muschelkalkböden angebaut, der exzellenten Sektgrundwein oder auch einen frischen, unkomplizierten Trinkwein liefert. Der Müller-Thurgau, in seiner trockenen Version oft Rivaner genannt, zeichnet sich durch eine frühe Reife aus. Die Mittelmosel (bei Bernkastel) prägt als Kernabschnitt das klassische Bild des Anbaugebiets. Die Untermosel zwischen Zell und Koblenz schließlich wird durch steile Terrassenlagen geprägt. Die weltberühmten Lagen finden sich im Herzen des Weinbaugebietes an der Mittelmosel, aber auch an Saar und Ruwer wachsen in ausgezeichneten Lagen anerkannt große Weine. Selbst an der Untermosel, wo Klima und Bodenstruktur nicht die gleichen Vorzüge wie an der Mittelmosel aufweisen, werden sehr gute Qualitäten geerntet. Bezeichnend ist, dass im gesamten Anbaugebiet überdurchschnittlich gute und mäßige Lagen oftmals dicht nebeneinander liegen.
Eisweine und Trockenbeerenauslesen von Mosel-Saar-Ruwer gehören zu den teuersten Spezialitäten der Welt. Viele innovative und qualitätsbewusste Winzer tragen dazu bei, dass das Bild der Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer neuen Glanz gewinnt. Das ist umso höher einzuschätzen, als die Bewirtschaftung durch die Steillagen so aufwändig ist wie in kaum einem anderen Anbaugebiet.
So vielseitig und abwechslungsreich wie der gelobte Rebensaft, ebenso stark gegliedert ist auch das Gebiet des deutschen Moselweinbaus. Von der Landesgrenze bis zur Mündung der Saar oberhalb von Trier reicht die Region "Obermosel"; ihr folgt die "Mittelmosel", die sich bis nach Briedel erstreckt, und anschließend die "Untermosel" bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz. Als gleichberechtigte Partner werden die Seitenflüsse Saar und Ruwer - wegen der besonderen Bedeutung ihrer Weine - in dem wohlklingenden Dreiklang "Mosel-Saar-Ruwer" zusammengefasst.
Vielbesungene Weinromantik und harte Tagesarbeit der Winzer stehen in diesem Weinbaugebiet in besonders auffallendem Gegensatz. Nirgendwo im deutschen Weinbau, wahrscheinlich auch in keinem Weinbaugebiet der Welt, findet man Bilder, die das mühselige Werk des Winzers besser veranschaulichen als hier: Arbeit, die teilweise in schwindelnder Höhe getan werden muss und die oft in ihrer Schwere an die Grenzen menschlicher Kraft reicht, bedingt durch die vielen Steillagen.
Ein Paradies für alle, die per pedes oder per Pedal auf Entdeckungsreise gehen wollen, ist die Mosel allemal. Entlang der Uferstraßen gibt es kaum Steigungen, hinter jeder Flussbiegung wartet eine neue überraschende Perspektive und einkehren kann man nahezu überall. Richtig paradiesisch wird es gleich dreimal im Jahr, wenn die Uferstraßen für die autofreien Erlebnistage "Happy Mosel", "Saar Pedal" und "Ruwer aktiv" gesperrt sind. Was in den anliegenden Orten mit viel Musik, Wein, Sekt und Leckereien ausgiebig gefeiert wird.
Straußwirtschaften sind auch an der Mosel eine Spezialität, die in jedem Weinort anzutreffen ist: mal in bäuerlichen Kelterhäusern und immer direkt beim Winzer. Bereits Karl der Große erlaubte den Weinbauern, einen Teil ihrer Produktion direkt auszuschenken, worauf ein am Haus angebrachter Strauß aufmerksam machte. Eine Tradition, an der sich bis heute nichts geändert hat. Während 16 Wochen im Jahr schenken die Winzer in ihren Straußwirtschaften den hauseigenen Wein aus und reichen dazu einfache, aber leckere Imbisse wie Speckplätzchen oder Schmalzbrite. Der "pure" Genuss also!
Kein fröhliches Fest, kein geselliges Beisammensein ist denkbar ohne den Wein. Sein Genuss bereitet Freude und Frohsinn. Wein regt an und macht aufgeschlossen. Doch Wein ist nicht nur ein Bestandteil eines kultivierten Lebensstils, er gehört auch zum modernen Gesundheitsbewusstsein.
Schließlich gibt es mehr alte Winzer als alte Ärzte. Eine Volksweisheit, die durchaus einen wahren Kern hat. Wurden doch in jüngster Zeit die positiven Wirkungen des Weines wissenschaftlich bestätigt: Er dient nicht nur der Entspannung und Steigerung des subjektiven Wohlbefindens, sondern schützt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt das Infarktrisiko und hat positive Effekte auf den Magen-Darm-Trakt. Voraussetzung ist natürlich ein angemessener, mäßiger Weinkonsum. Und den kann man an der Mosel nahezu überall praktizieren.

Die Moselweinstraßen
Von ihrer Quelle am Col du Bussang in den Vogesen bis zu ihrer Mündung bei Koblenz in den Rhein legt die Mosel genau 545 km Zurück, wobei sie zunächst Frankreich, dann als natürliche Grenze Luxemburg sowie Deutschland und schließlich Deutschland alleine kennen lernt. Ein echtes europäisches Gewässer also, das gerade deshalb viele Gesichter und eben auch mehrere Weinstraßen hat:

  1. Die "Luxemburger Weinstraße", die im kleinsten Weinbauland der Welt von Bad Mondorf über Schengen nach Wasserbillig führt.

  2. Die "Elbling Route" verbindet alle Gemeinden, Weingüter und touristische Attraktionen an der Obermosel durch umfangreiche Informationstafeln.

  3. Die "Saar-Riesling-Straße", die durch das Weinbaugebiet der Unteren Saar von Serrig bis zur Saarmündung in Konz verläuft.

  4. Die "Ruwer-Riesling-Weinstraße" führt entlang der Riesling-Steillagen von der Mündung aufwärts durch die anliegenden Weinorte.

  5. Die "Moselweinstraße", die von Perl über Trier bis Koblenz am Deutschen Eck führt.


      
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