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Ahr

Nicht wenige Winzer an der Ahr erinnern sich gern an die Zeit, in der alles angefangen hat. So manches Wohnzimmer, so manche gute Stube wurde kurzerhand zur Straußwirtschaft umfunktioniert. Und bei fröhlichen Liedern und Gitarrenmusik kamen Wanderer und Weinfreunde in gemütlicher Runde zusammen. Gemütliche, bodenständige Atmosphäre und Familienanschluss sind in Deutschlands profiliertestem Rotweingebiet auch heute selbstverständlich. Urige Straußwirtschaften, ausgezeichnete, niveauvolle Weingüter mit besonderem Ambiente, Top-Winzer und Gastronomen machten den Ahrkreis im Norden von Rheinland-Pfalz als "Eldorado für Gourmets" bekannt. Hervorragende Weine und exklusives Essen sind in der Gesundheits- und Fitnessregion ebenso selbstverständlich wie Romantik und Gemütlichkeit.
Beispiel "Jazz und Wein". Bei guter Musik und tollen Weinen heißt es "die Seele baumeln lassen und genießen", wenn Weingüter und Genossenschaften zu Jazz-Events in alten Gemäuern und Weingärten laden. Die Philosophie der Region "WohlSein365" steht auch bei der Veranstaltungsreihe "Gourmet & Wein" im Vordergrund: Die besten Gastronomen arbeiten mit Spitzenwinzern der Region zusammen und bringen kulinarische Genüsse in Einklang mit Kunst und Kultur. Dabei lassen sich Winzer und Gastronomen immer wieder neue Kreationen einfallen: Kombiniert mit Kräutersuche oder Wanderungen in den Weinbergen bietet "Gourmet & Wein" viel mehr als hervorragendes Essen und Trinken. "Wein, Genuss und Gesundheit": Wissenschaftlich fundierte Fakten zu diesem Thema werden vom Studien- und Informationszentrum der Deutschen Weinakademie in Bad Neuenahr-Ahrweiler eingeholt und weiter vermittelt. Moderater Weingenuss gepaart mit gutem Essen und gesundem Lebensstil lautet auch hier die Devise. Stichwort Wanderungen: Neben einer Rebfläche von rund 520 Hektar verfügt die Region Ahr, Rhein, Eifel im Norden von Rheinland-Pfalz über herrliche Wanderwege und ausgetüftelte Radstrecken. So führt zum Beispiel der malerische Rotweinwanderweg von Bad Bodendorf bis Altenahr und verbindet alle Weinorte miteinander. Aus den Weinbergen führen Abstiege und Wege direkt in die Orte, wo Weinproben und Winzervesper warten.

Das Weinanbaugebiet

Geographische Lage: Im Nordwesten vom Ahrgebirge begrenzt im Schutz der Eifel
Klima: Mild und günstig, teilweise treibhausartig in Steillagen
Böden: Tiefgründig und lössreich im unteren Ahrtal, steinhaltig, teilweise Schiefer und vulkanisches Gestein im mittleren Ahrtal
Rebfläche: ca. 540 ha, 1 Bereich, 40 Einzellagen
Rebsorten: Blauer Spätburgunder, eine besondere Spezialität der Frühburgunder, Blauer Portugieser, Dornfelder, Riesling, Müller-Thurgau

Ahr Rhein Eifel
Tourismus & Service GmbH
Klosterstr. 3-5
53507 Marienthal
Tel.: 0 26 41/9 77 30, Fax: 0 26 41/97 73 73
www.ahr-rhein-eifel.de
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"Reben lieben offene Weinberge", schrieb im 1. Jahrhundert vor Christus der römische Dichter Vergil. Bereits die Römer wussten das Ahrtal als Weinanbaugebiet zu schätzen, ließen sich gern zwischen Eifel und Rhein nieder und pflanzten seinerzeit die ersten Reben an. Urkundlich verbrieft kann die Geschichte des Weinbaus im Ahrtal bis in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Bereits im Jahre 893 nennt ein Güterverzeichnis größere Weinberge in 8 Ahrsiedlungen. Die Abtei Prüm verzeichnet eine Reihe weinabgabepflichtiger Güter, darunter Ahrweiler, Walporzheim, Dernau und Altenahr - Weinorte, die nach 1000 Jahren noch immer für ihren Wein berühmt sind. Im Jahre 1602 hatte der Weinbau eine so dominierende Stellung, dass der Ahrweiler Stadtschreiber vermerkte: "Der Wein hiesiger Gegend ist fürnehmste Nahrung".
Rote Rebsorten wurden allerdings erst nach dem 30-jährigen Krieg angebaut. Der damalige Burgunder wurde wie die Weißweine verarbeitet. Er war blassrosa, weshalb man ihn manchmal auch heute noch bei seinem alten Namen nennt: "Ahrbleichert". Zu Zeiten Napoleons wurde der Ahrrotwein mit großem Erfolg als heller Rosé mit der Bezeichnung "Ahrbleichert" verkauft. Noch größere Auszeichnungen versprach damals die Versektung der Weine: In England schätzte man den "Sparkling Wine from Walporzheim" besonders hoch und war bereit, dafür Preise wie für den besten Champagner zu zahlen.
Wie kein anderer vor und nach ihm, beschrieb der Dichter Gottfried Kinkel Mitte des 19. Jahrhunderts dieses Weinbaugebiet: "Die eng zusammengedrängten Felsen verdoppeln im Sommer die Hitze durch Widerstrahlung; der schwarzgebröckelte Schieferstein, mit welchem der Boden der Weinberge absichtlich bedeckt wird, saugt die Glut des Tages ein und lässt die während der kühlen Nacht auf die Trauben nachwirken. Auch der Fluss gibt den Winzern seinen Segen: Aus einem lauen Wasser steigen die warmen Nebel empor, die man an frühen Sommermorgen so still und wunderbar brütend im ganzen Tal antrifft; sie tränken den versengten Felsgrund und erweichen die Hülsen der Trauben gegen die reifende Glut des Sonnenstrahls."
Im Jahre 1868 wurde in Mayschoß eine der ersten Winzer-Genossenschaften der Welt gegründet. Im 20. Jahrhundert bezog auch Bundeskanzler Konrad Adenauer seine Rotweine von einigen Weingütern der Region. Heute gehört das bizarre Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz zu den profiliertesten Rotweinanbaugebieten Deutschlands. Die Ahrwinzer stehen mit an der Spitze deutscher Weinerzeuger. Sie haben das kleine wild-romantische Tal im Norden von Rheinland-Pfalz zur Schatzkammer gemacht.
"Klasse statt Masse" lautet die Philosophie der Ahrwinzer. Qualität ist ihr oberstes Gebot. Das wissen Weinfreunde, Kenner und Fachjournalisten in aller Welt, die angesichts der gelungenen Kombination von Tradition, Innovation und Experimentierfreude ins Schwärmen geraten. Weine und Winzer des Ahrtals sorgen allenthalben für Aufsehen, sind preisgekrönt und vielfach ausgezeichnet. Ob als Rotwein des Jahres, Winzer des Jahres, Aufsteiger des Jahres...
Dieses kleine Weinanbaugebiet hat sich durch die hohe Qualität seiner Weine einen großen Namen erworben. Das zeigt sich eindrucksvoll bei den jährlichen Weinprämierungen. Regelmäßig werden Weine von der Ahr mit hohen und höchsten Auszeichnungen bedacht.
Spitzenklasse hat ihren Preis, und den zahlen die Winzer mit mühevoller Detailarbeit in extremsten Anbaulagen. Mit nur 520 Hektar bestockter Rebfläche nimmt die Ahr Platz zehn unter den dreizehn deutschen Anbaugebieten ein. Spitzenqualität hat ihren Preis: So müssen die Winzer für die Arbeit am Rebstock und zur Lese oft durch zerklüftete Felsspalten in extreme Steilhänge klettern, wo teils nur wenige Rebstöcke nebeneinander stehen und der Einsatz von Maschinen unmöglich ist. Aber der Ertrag ist traumhaft und lohnt die beschwerliche Arbeit im Weinberg. Von den 273 weinbautreibenden Betrieben an der Ahr (Weinbauerhebung 1999) wirtschaften ca. 20 % im Haupterwerb. Diese wiederum bearbeiten ca. 40 % der bestockten Rebfläche.
In den vergangenen Jahren ernteten die Winzer von der Ahr jährlich im Durchschnitt ca. 4.000.000 Liter Wein. Hiervon wurden 2 % über den Weinhandel verkauft. Ca. 30 % haben die Winzer selbst vermarktet, den Rest übernahmen die Winzergenossenschaften und Erzeugergemeinschaften.
Verträumt schlängelt sich die Ahr in engen Bögen durch bizarre Felslandschaften in Richtung Rhein, schmiegen sich üppig bewachsene Weinberge an karge Felsen. Kaum zu glauben, aber wahr: Mediterranes Klima beschert den Trauben im Ahrtal - dem nördlichsten zusammenhängenden Rotweinanbaugebiet Deutschlands - optimale Voraussetzungen. Am Tage steht die Luft in den steilen Weinbergen. Felsen, Schiefer und Mauern der Weinbergterrassen heizen mächtig auf und geben in der Nacht die gespeicherte Wärme an die Pflanzen. Das aufgeheizte Gestein speist die Reben mit Wärme - optimale Voraussetzung für hervorragende Weine: Die Trauben werden rund um die Uhr verwöhnt.
Tagesdurchschnittstemperaturen von 9,5° Celsius zeugen von milden Wintern und ausgeglichenen Temperaturen während der Sommermonate. Günstig verteilte Jahresniederschläge von durchschnittlich 600 mm und 1450 Sonnenscheinstunden im Jahr zeigen, dass das Ahrtal für den Weinanbau geeignet ist. Das Anbaugebiet wird durch die umgebenden Höhenzüge geschützt, so dass sich zugleich kleinklimatisch vorteilhafte Bedingungen mit ausreichenden Niederschlägen und einer intensiven Sonnenstrahlung in dieser Kessellage ergeben. Das günstige Weinklima wird lediglich durch Früh- und Spätfröste beeinträchtigt.
Ein weiterer Grund für die Top-Qualität der Ahrweine ist die kompromisslose Hege und Pflege der Winzer. Sie schneiden die Reben früh im Jahr zurück und setzen damit wichtige Akzente. Damit schmälern sie den Ertrag und steigern die Qualität. Die verbleibenden Trauben gedeihen unter besten Bedingungen.

      
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